Bei einem Jubiläum fühlt man sich aufgefordert, etwas Schlaues, Weises und Kluges zu sagen. Etwas, das mitreißt und bei den Zuhörern Begeisterung hervorruft. Das aber entspricht nicht dem Amt eines Priors.
Bei meiner Verpflichtung zum Prior wurde ich u.a. gefragt: Bist du bereit, die Regel unserer Bruderschaft zu achten und deine Brüder darin anzuleiten? Bist du bereit, sie zur Gottesliebe und zur Nachfolge Jesu nach dem Evangelium und zur brüderlichen Liebe zu führen? Und: Bist du bereit, die dir anvertrauten Brüder zu Gott zu führen und die Sorge für deren Heil als deine oberste Pflicht anzusehen?
Die Mitte meines Auftrags ist daher: Die Brüder zu Christus zu führen! Und damit stellt mich Gott immer wieder neu vor die Frage: Steht die Bruderschaft noch auf dem Grund, der Christus ist? Ist deine erste Sorge, die Brüder zu Christus zu führen? Oder glaubst du zum Unterhalter deiner Brüder werden zu müssen? Oder vergeudest du deine Zeit und Kraft damit, in der Bruderschaft eine seelische Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, die zwar schön ist, durch die aber aus dem Fokus gerät, was wirklich zum Leben hilft: Nämlich Jesus Christus allein! Gerade deshalb ist es notwendig, dass ich uns am Tag unseres Jubiläums an den Grund erinnere und den Grund sichtbar mache, durch den wir dem gerecht werden, was „Bruderschaft des Weges“ meint.
Ich will dies tun, indem ich auf die Ikone zurückgreife, die wir uns als Symbol für die Bruderschaft gewählt haben. Dieses Symbol findet sich in unserem Logo, auf dem Tuch der Fußwaschung, das jeder Bruder bei seinem ersten Gelöbnis erhält, und es findet sich, wenn wir unser Liturgiebuch aufschlagen. – Doch was sagt die Ikone?

Die Ikone
Bevor ich uns die Ikone auslege, noch das: Die Entscheidung für die Ikone war reiner Zufall. Seit langem hatten mich die Ikonen von Josua Boesch, der 1922 in Niederweningen CH geboren wurde und am 10. Juli 2012 in Zürich starb, begleitet. Bekanntschaft mit Josua schloss ich mit Anfang zwanzig. Kennengelernt hatte ich ihn durch einen Bruder der Jesus-Bruderschaft. Und unsere Beziehung fand auf schriftlichem Weg statt. Wir schrieben uns Briefe.
Damals war ich in meiner Identität als Mann auch aufgrund meiner homosexuellen Empfindungen verwirrt. Aber irgendwie gaben mir die Briefe von Josua Halt. Denn durch die Worte dieses protestantischen Pfarrers und Goldschmieds fand ich eine erste Orientierung, wie ich meinen Glauben und die Wirrungen in meiner Identität verbinden konnte. Kurz um: Auf einzigartige Weise stärkte er meinen Glauben an Jesus Christus!
Erst Jahre später, als ich das geistliche Tagebuch von Josua las, erfuhr ich, warum mir die Sicht, die er mir auf den Glauben eröffnete, Halt gab. Josua rang selbst mit homosexuellen Gefühlen. Doch, wie ich las, wollte er sich diesen nicht hingeben. Vielmehr orientierte er sich an Jesus. Und weil er nur in ihm Halt fand, ließen er und seine Frau einander in herzlicher Übereinstimmung frei, ähnlich wie Niklaus von der Flüe, die Kinder waren groß, und er schloss sich der Ordensgemeinschaft der Camaldolenser an. Später zog er in eine Eremitage in der Nähe des Klosters und lebte als Einsiedler.
Seine Ikonen, bestend aus den Metallen Gold, Silber, Bronze und Kupfer, waren für ihn immer Gebet und entstanden, wie er sagte, im Feuer des Gebets. So auch die Ikone, die wir als Symbol für unsere Bruderschaft gewählt haben. Glaubt man seinem Tagebuch, schafft er sie am 15. September 1984 und gibt ihr den Titel „Seiltänzer“. Er schreibt dazu:
>> ICH (Christus) bin der Letzte. Ich bin der, mit dem niemand mehr rechnet. Zuletzt ist da noch einer mit einem Seil. Er wirft es von der anderen Seite des Abgrunds herüber.<<
Was nun aber hat Josua in diese Ikone hineingeschrieben? (Denn Ikonen werden ja nicht gemalt, sondern „geschrieben“!) Und was sagt sie vor allem uns? Und inwieweit können wir durch sie auf den Grund unserer Bruderschaft blicken?
Das Grundthema der Bruderschaft
Die Ikone nimmt zentral das Grundthema unserer Bruderschaft auf. Mehr noch: obwohl zufällig als Symbol für unsere Gemeinschaft gewählt, liest sie sich wie die Vision unserer Bruderschaft des Weges. – Ich will das schrittweise entfalten.
Josua sagt: Der Christ ist ein Artist auf dem Seil über den Abgründen des Lebens. Fragen wir zunächst: Was ist der Abgrund, von dem Josua spricht?
Genau hier nimmt Josua auf das Grundthema unserer Bruderschaft Bezug: Der Abgrund ist eingezeichnet in die silberne Scheibe und durchzieht sie wie eine Art Riss. Die Scheibe stellt die Sonne dar, umgeben von der übergroßen Sichel des Mondes. Die Sonne ist in der Kunst immer wieder das Symbol für Männlichkeit. Sie steht für die Autonomie und das Selbstbewusstsein, für Licht und Geist des rational denkenden, des sich seiner selbst bewussten Individuums. Der Mond dagegen ist Symbol für das Weibliche, für die Emotion, für das Unbewusste.
Worin aber liegt nun der Abgrund: Für Josua liegt er in der Disbalance. Denn normalerweise ist die Sonne größer als der Mond. Josua sagt über sich selbst an einer Stelle seines Tagebuches: „Meine Männlichkeit ist in eine Disbalance geraten.“ Und er schildert dann einen Traum, in dem er mit seiner Sehnsucht nach männlicher Identität, Kraft und Selbständigkeit in Kontakt kommt. Genau in dieser Krise, die mitten durch seine Identität geht, macht er den Abgrund aus, den er auf der Ikone darstellt. D.h.: Es stimmt, die Ikone nimmt das zentrale Thema unserer Bruderschaft auf. Wir drücken das Thema in unserer Regel nur etwas anders aus, indem wir sagen: Wir sind Männer, die wissen, dass Identität scheitern kann. Und: Wir sind Männer, die nicht bei diesem Scheitern stehen bleiben wollen.
Ähnlich wie Josua erleben auch wir: Unsere Männlichkeit ist in eine Krise gekommen. Sie befindet sich in einer Disbalance. Und weil wir diese Krise, die auf tiefen Lebenswunden beruht, nicht einfach abstreifen können, stehen wir oft genug vor einem Abgrund. Aber weil wir bei diesem Abgrund und beim möglichen Scheitern unserer Identität nicht stehen bleiben wollen, fragen wir uns: Wie kann das Leben trotz Scheitern und trotz der Krise gelingen?
Schau auf Jesus
Josua gibt uns auf unsere Frage mit der Ikone eine Antwort. Er sagt: Schau auf Jesus, denn er ist derjenige, der über den Abgrund deiner Zerrissenheit gegangen ist! Damit liegt in der Ikone folgende Botschaft, die jeder kennt, der schon einmal versucht hat, auf einem Seil, einer Slack-Line oder einem schmalen Grad zu gehen: Schau nicht in den Abgrund. Sondern fokussiere deinen Blick beim Balancieren über den Abgrund auf ein Ziel: Das Ziel, das uns die Ikone vorschlägt, ist Christus.
Aber (kurzer Einwand): „Schau nicht in den Abgrund“ sagt nicht, dass wir unsere Abgründe, unsere Identitätskrisen, die mitten im Alltag aufbrechen können, ignorieren oder nicht wahrnehmen sollen. Im Gegenteil: Denn nur wenn wir um den Abgrund wissen, der sich mitten in unserem Alltag, bei Herausforderungen im Beruf, in der Situation der Versuchung, in unserem Leben allein oder in der Ehe, auftun kann, wissen wir, dass wir JETZT zu einem Gang über den Abgrund herausgefordert sind.
Was will uns aber die Ikone mit ihrem Hinweis auf Christus sagen? - Wenn sie uns aufruft, auf Christus zu blicken, will sie uns in ein Gespräch hineinziehen, das sich vielleicht so anhört: Ist es nicht so, dass du dann, wenn du den Abgrund der Krise deiner Männlichkeit mitten im Alltag spürst, oft genug denkst, der Abgrund wird mich verschlingen? Ist es nicht so, dass du glaubst, dass dir der Abgrund deiner Identitätskrise vermittelt, du kannst niemals zur Freiheit und zur Kraft deines Mannseins finden? Und ist es nicht so, dass du manchmal von deinem Abgrund, von deinen Krisen angezogen wirst, weil du glaubst - und gerade das geschieht bei uns in der Bruderschaft auch -, dein Bruder ist weiter als du; mit deinem Bruder geht Gott die besseren Wege, vielleicht deshalb, weil er eine Freundin hat, weil er verheiratet ist, weil er Vater ist?
Christus ging über den Abgrund
Wenn dem so ist, dann schau auf Christus. Und schau genau hin: Denn Christus wurde mit dem „Leid-Metall“ des Kupfers gestaltet. Blutrot und mit den Wundmalen der Kreuzigung ist Christus durch sein Leiden, Sterben und Auferstehen bereits über den Abgrund gegangen.
Er ist aber nicht über irgendeinen Abgrund gegangen: Er ist dir voraus, über deinen Abgrund gegangen. Daher schau nicht nach links und rechts, was mit deinem Bruder geschieht: Denn in Christus, mit Christus und durch ihn allein wirst du zum Wesentlichen deiner Berufung gelangen, die Gott trotz der Krise deiner Männlichkeit in dich gelegt hat.
Ob als Lediger, Verheirateter oder als Vater: Gott wendet sich in Christus zunächst dir und dir allein zu. Gebe dich daher ihm und dem, was er dir im Vorausgehen zeigt, hin. Tust du das, dann wirst du alles finden! Dann wirst du das Leben, das aus deinem Mannsein, trotz aller Schicksalsschläge, trotz aber Abgründe wachsen kann, finden.
Hab daher keine Angst vor deinem Abgrund: Christus ruft dich zu sich hinüber. Christus will dich in dein Mannsein führen. Und dieses dein Mannsein nimm in Christus als Lediger oder Verheirateter an. Denn weder mit dem Blick auf deinen Bruder noch im Blick in deinen Abgrund wirst du dein Mannsein finden. Sondern nur in Christus, dem Seiltänzer der Auferstehung!
Und wenn du denkst, dass dir das Angst macht, dann sei getrost: Denn Christus spricht zu dir: Ja, in der Welt hast du Angst! Vielleicht macht dir sogar manches Unüberwindbare deine Lebensgeschichte Angst: Ich aber, der Auferstandene, habe die Welt überwunden. Daher trau mir alles zu! Lass dich auf mich und meinen Weg mit dir ein!
Wisst ihr Brüder, weil der Blick auf Jesus so zentral, lebensschaffend und freisetzend ist, darum beten wir täglich im Hingabegebet nach Ignatius von Loyola:
Übersetzt in die Sprache der Ikone heißt das: Lehre mich, immer dann, wenn ich vor meinem Abgrund stehe, dein Angesicht und deinen Blick zu finden. Denn nur in deinem Blick, Herr, finde ich, wer ich sein soll.
Und wir finden dasselbe eben nicht in psychologischen Lösungen zuerst. Sie sind Hilfe, vielleicht sind sie auch Lösung in manchen Konflikten. Aber sie beinhalten nicht das, was Christus dir geben kann: Deine Erlösung! Die besteht in der Gewinnung deines Mannseins, das du findest in Christus allein. D.h., wir finden unser Mannsein eben nicht im zerbrochenen Bild unserer Identität, und wir finden es nicht, wenn wir uns mit dem anderen und seinem Leben vergleichen.
Höre daher Bruder: Christus, der blutrot durch sein Leiden dein Leiden getragen hat, wird es gut mit dir machen. Denn nur in ihm wird dir das Bild offenbar, das Gott in dich durch die Taufe gelegt hat, zur Verherrlichung seines Heiligen Namens.
Ist uns Christus im Alltag präsent?
Ich weiß: Solche Worte klingen schön! Sind erweckend! Vielleicht klingen sie auch herausfordernd! Aber sind sie dir auch dann noch präsent, wenn du mitten in deinem Alltag vor deinem Abgrund und deiner Krise stehst, oder vielleicht vom Vergleich mit dem Bruder eingeholt wirst?
Dann etwa, wenn du bei der Arbeit in deiner Männlichkeit neu herausgefordert wirst? Dann, wenn dich dein Leben als Lediger, als Verliebter, als Verheirateter oder sogar als Vater vor neue Herausforderungen stellt? Dann, wenn dich die Versuchung überkommt, doch in sexuellen Sonderwegen Zuflucht zu nehmen?
Oder dann, wenn wir als Gemeinschaft von Brüdern zusammenkommen und uns die Scham und die Angst vor dem Bruder schneller einholt, als uns lieb ist?
Vielleicht fragen wir uns in solchen Augenblicken: Was nützen die frommen Worte? Was nützt es, in Jesus denjenigen zu sehen, der vor uns über den Abgrund gegangen ist? Denn jetzt fühle ich mich allein, verlassen, auf mich selbst zurückgeworfen! Wo ist da Christus? Wie realisiert er sich, wenn ich mitten in meinem Alltag vor meinem Abgrund stehe?
Ich, Christus, bin der Letzte
Jetzt ist es notwendig, die Ikone bis zu ihrem Ende zu lesen. Denn auch auf diesen Zweifel und diese Frage gibt sie uns eine Antwort. Hören wir, was Josua noch über die Ikone schreibt:
Wir können das Seil auf der Ikone erkennen: Josua hat es in das Silber hineingeschmolzen. – Doch die Frage ist: Was genau ist das Seil, das uns Christus von der anderen Seite zuwirft?
Das Seil ist niemand anderes als dein Bruder! Der Bruder, der dir in dieser Bruderschaft zur Seite gestellt ist. Das rettende Seil, den in deinen Alltag eintretenden Auferstandenen findest du im Angesicht deines Bruders. Denn er ist nicht aufgrund von Sympathie zu deinem Bruder geworden. Auch nicht, weil dich mit ihm eine emotionale Freundschaft verbindet. Sondern weil ihn Jesus Christus selbst zum Bruder gesetzt hat. Und zwar durch die Geburt von oben, die sich in der Taufe in Christus und durch die Taufe mit dem Heiligen Geist vollzogen hat. Das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu machen diesen Mann da neben dir zu deinem Bruder; zum rettenden Seil, das Christus zuwirft! Und genau dieser Bruder ist von Christus eingesetzt, dass er mit dir deine Lasten trägt. Er ist eingesetzt, dass du durch seine brüderliche Hilfe zur vollen Mannesreife der Fülle Christi gelangst.
Daher, wenn du an einem Abgrund stehst, lass dir von deinem Bruder über den Abgrund helfen. Wenn du es wagst, dich auf die Hilfe deines Bruders einzulassen, wird die Botschaft des Auferstanden nicht frommes Geschwätz, das dich auf dich selbst zurückwirft, sondern zur echten geistlichen Hilfe, die dir Jesus entgegenwirft!
Geistliche Hilfe aber können wir als Brüder dem anderen nicht durch psychologische Ratschläge sein, sondern nur in der Kraft Jesu und nur dann, wenn wir, geleitet vom Heiligen Geist, am Bruder und mit dem Bruder und für den Bruder handeln! Das verpflichtet uns zu einer Haltung: Der Haltung von oben her. Denn nur von Christus her, aus seinem Herzen und seinem Willen können wir dem Bruder entgegentreten. Wenn wir also das Seil sein wollen, das Jesus vom Abgrund herüberwirft, brauchen wir das Gebet für den Bruder. Denn nur durch das Gebet empfangen wir das Mannsein, das Gott in seinem Herzen für den Bruder bewegt.
Unseren Blick neu ausrichten
Merken wir: Diese schlichte Ikone umfasst tatsächlich die Vision unserer Bruderschaft. Wollen wir uns heute, am Jubiläum unserer Bruderschaft, neu an diesem Grund festmachen? Und wollen wir uns neu auf diesen Grund stellen und uns auf diese Dynamik des Auferstandenen einlassen? Wenn ja, dann lasst uns mit Blick auf die Ikone Folgendes beachten:
Erstens: Kenne deinen Abgrund, damit du weißt, wenn du vor ihm stehst. Schärfe den Blick für deinen Abgrund aus, etwa durch die tägliche Gewissensforschung, die du im Liturgiebuch findest.
Zweitens: Fokussiere dich beim Balanceakt über deinen Abgrund auf Christus. Er ist der, der das Geheimnis deines Mannseins in sich trägt. Daher wachse in die Liebeseinheit mit Christus hinein. Lass dich von ihm, der blutrot dein Leiden getragen hat, in die Freiheit deines Mannseins locken. Folge ihm: Denn in ihm ist das Geheimnis deines Mannseins aufgehoben!
Drittens: Erkenne in deinem Bruder Christus. Er ist das Seil, das dir Christus herüber wirft. Und du brauchst es und ihn dann, wenn dich dein Abgrund eingeholt hat. Schäme dich nicht. Denn du darfst wissen, dass dein Bruder das gleiche durchmacht. Daher: Ergreife seine Hand, lass dir von ihm, der dir von Christus zugeworfen wurde, helfen! Und höre, was dir Christus durch den Bruder sagt: Du bist niemals allein!
Viertens: Lasst uns als Brüder das im Bewusstsein halten: Wir sind zum Bruder von Christus selbst eingesetzt. Und das beste Training für brüderliches Leben ist der tägliche Umgang mit Christus, ist das Bewegtwerden unseres Herzens durch den Heiligen Geist. Und das allerbeste Training in Brüderlichkeit ist die Demut, die wir dann brauchen, wenn wir uns selbst vom Bruder dienen und helfen lassen wollen.
Und Fünftens und schließlich: Wenn dein Bruder zu dir kommt, um dir im Namen Jesu zu helfen, dann tritt er deine Türe nicht ein. Wie Christus klopft er an! Es ist deine Verantwortung, deinem Bruder zu öffnen. Und wenn dir dein Abgrund in diesem Augenblick predigt, dass es für dich keine Hoffnung gibt, dann höre: Dein Bruder klopft bei dir an. Er ist der von Gott gesandte Freudenbote, der gute Botschaft bringt, der Hoffnung verkündet und zu dir spricht: Christus, der blutrot den Abgrund überwunden hat, ist König!
Und noch was am Ende: Ich sehe im Bild der Ikone, dass wir alle längst zu Seiltänzern geworden sind, zu Artisten. Denn ich kenne und sehe, wie ihr balanciert, Christus hinterher. Und das sage ich nicht einfach so, sondern weil ich Euch kenne und weil ich mit jedem von Euch schon oft an eurem Abgrund gestanden habe. Und schaut, wo es euch hingebracht hat: Ihr seid hier, weil ihr Christus mehr vertraut habt als eurem Abgrund!
Lasst uns also leben, was wir in der Regel unterschreiben:
- Wir sind Männer, die wissen, dass Identität scheitern kann.
- Wir sind Männer, die nicht bei diesem Scheitern stehen bleiben wollen.
- Wir sind Männer, die wissen, dass sie nach dem Bild Gottes geschaffen sind.
- Wir sind Männer, die daher nicht ihr Scheitern kultivieren, sondern danach trachten, dem Bild und Gleichnis ähnlich zu werden, das Gott sich von uns gemacht hat, zur Verherrlichung seines heiligen Namens.
Und zum Schluss: Ist es nicht erstaunlich, wie sehr die zufällig ausgewählte Ikone als Symbol für die Bruderschaft unsere ganze Vision umfasst? Dank sei Gott, dass er uns so wunderbar führt.